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Marko Forberger - update: 25.04.2004

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[Literaturtipps]

Jens-Eberhard Jahn: Mühe und Muße. Grundsicherung, Grundeinkommen, sozialökologischer Umbau der Gesellschaft.

Rosa-Luxemburg-Stiftung-Sachsen-e.V. Leipzig, 2003. 143 S., Euro 7,50.

"Wäre der tägliche Bissen so sicher wie die Luft, dann gäbe es kein Elend. So aber wächst nur im Traum das Brot wie Laub auf den Bäumen. Vorhanden ist nichts dergleichen, das Leben ist hart, und trotzdem war stets ein Gefühl des Auswegs da und daß er möglich sei. Da er so lange nicht gefunden wurde, schwärmte träumerischer Mut nach überallhin aus." (Ernst Bloch)

"Es ist eine politische Entscheidung, den Sozialstaat ab- und nicht auszubauen. Denn Geld ist genug da." (Friederike Habermann)

"Ein Grundeinkommen wäre das Äquivalent für Tätigkeiten, derer die Gesellschaft bedarf, die aber über keinen Tauschwert auf dem Arbeitsmarkt verfügen." (Bernd Rump, Mitarbeiter der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag)

"Wir haben inzwischen eine Produktivität erreicht, die unter minimalstem Einsatz von Arbeit für alle das Lebensnotwendige absichern könnte. Nur mit der gerechten Verteilung dieses Lebensnotwendigen, orientiert an der Anerkennung unterschiedlicher schöpferischer Anlagen statt am Marktwert der Menschen, hapert es noch." (Ronald Blaschke, Sprecher der Sächsischen Armutskonferenz)

In dem im November 2003 erschienen Band unternimmt Jahn zunächst eine schonungslose Analyse der derzeitigen gesellschaftlichen Bedingungen unter besonderer Berücksichtigung der Krise der sozialen Sicherungssysteme. In einem zweiten Kapitel stellt er unterschiedliche Reformansätze zur Rettung sozialer Sicherung in Deutschland und Europa vor. Diese werden in einen geistes- und sozialgeschichtlichen Zusammenhang mit Sozialutopien mehrerer Jahrtausende gestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Darstellung der Diskussion zu Grundsicherungs- und Grundeinkommensmodellen in den letzen drei Jahrzehnten. Jahn plädiert schließlich für eine Entkoppelung von Arbeit und Einkommen und für ein ökonomisch und naturrechtlich begründetes Grundeinkommen für alle Bürgerinnen und Bürger. Im Vordergrund seiner Betrachtungen stehen dabei Überlegungen, ob und wie sich die Linke ein solches Konzept zu eigen machen und gegebenenfalls auch durchsetzen kann.

Jens-Eberhard Jahn in Mühe und Muße: „Erst wenn dieses Diktat der Erwerbsarbeit gebrochen ist, kann wirkliche Emanzipation stattfinden, kann ein Zustand erreicht werden, in dem der Mensch wirklich Mensch sein kann (...). Möglich wäre es, alle Menschen vom Zwang zur Erwerbsarbeit zu befreien – die verbleibende Frage ist deshalb, ob es wünschenswert und politisch durchsetzbar ist. Sollte die Frage bejaht werden, so ist dieses Ziel meines Erachtens am Besten mit einer Sozialdividende als allgemeinem steuerfinanzierten Grundeinkommen zu erreichen.“